Lothar Matthäus, der ehemalige Nationalspieler, unterstützt neben namhaften Filmemachern die Nicolaidis-Stiftung
Pressestimmen zum Start des Kurzfilmprojektes 2010
Waisenkinder drehen eigene Kurzfilme
Wenn der Partner plötzlich stirbt, fällt man in ein Loch, aus dem man ganz schwer wieder herauskommt. Und wie schlimm ist es erst, wenn man nicht einmal Zeit hat, über den Verlust hinwegzukommen? Das Leben muss schließlich weitergehen, die Kinder müssen versorgt werden. Die trifft es emotional mindestens genauso. Alle geraten in einen Strudel aus Trauer, Schmerz, Wut und Überforderung.
So ging es vor 13 Jahren auch Martina Münch-Nicolaidis, die sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter ihren Mann bei einem Autounfall verlor. Heute hilft sie als Geschäftsführerin der Nicolaidis-Stiftung Menschen in ähnlicher Situation. „Das macht so wahnsinnig Angst, dass der Tod uns an eine Grenze bringt, die uns sehr deutlich zeigt, dass es Dinge im Leben gibt, die uns sehr deutlich zeigt, dass es Dinge im Leben gibt, die wir nicht beeinflussen können, sagt sie im ZDF-Magazin Mona Lisa – und kann erneut die Früchte ihrer so wichtigen Arbeit ernten.
Denn: Schon im letzten Jahr richtete ihre Stiftung ein Kurzfilmprojekt aus – das nun wiederholt wird: 140 Waisenkinder im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren erstellen dabei in viertägigen Workshops in München, Wiesbaden, Dresden, Köln, Stuttgart, Hamburg und Berlin unter Anleitung von Filmschaffenden ihre eigenen einminütigen Kurzfilme.
Die Ergebnisse werden am 6. November im Rahmen einer Preisverleihung in München präsentiert und von einer namhaften Jury prämiert: darunter der Oscar-prämierte Produzent Max Wiedemann (Das Leben der Anderen) sowie Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Bei den Workshops werden die Jugendlichen von Schauspielern und Regisseuren unterstützt.
„Ich freue mich sehr, dass wir durch den großen Zuspruch und die großartige Unterstützung der vielen Experten und Unternehmen Kindern in sieben Städten die Teilnahme an diesem wundervollen Projekt ermöglichen können“, so Münch-Nicolaidis zum Auftakt für Young Creatives Film 2010. Ziel des Projektes ist die Unterstützung von jugendlichen Halb- und Vollwaisen sowie der bundesweite Erfahrungsaustausch der Betroffenen. Zudem möchte die Stiftung den Teilnehmern den spielerischen Umgang mit Kreativprogrammen ermöglichen und sie an neue Medien heranführen. In Deutschland betrauern rund eine Million Kinder den Tod eines Elternteiles.
TZ, 20. April 2010
Eine Minute Matthäus
Es ist wie an einem Set. Irgendwo mitten in der Stadt, fast alle Schauspieler stehen rum, nur einer muss gerade drehen, ansonsten ist eine riesige Crew hauptsächlich damit beschäftigt, viel Kaffee in der richtigen Temperatur und Süße zu genießen. Insofern passt die Szenerie am Donnerstagnachmittag im Café der San Franzisco Coffee Company am Isartor perfekt zum Anlass. Die Nicolaidis-Stiftung stellt ihr Kurzfilmprojekt vor, bei dem 140 Halb- und Vollwaisenkinder zwischen zwölf und 18 Jahren je einen Kurzfilm drehen dürfen, mit Hilfe prominenter Darsteller und Regisseure. Die Szene hier hat nur einen kleinen Fehler.
An der Bar lehnen Schauspieler wie Timothy Peach, Peter Bosch oder Max von Thun. Dazwischen springen PR-Damen und Fotografen hin und her, genau einer steht gerade vor der Kamera. Der ist allerdings kein Schauspieler, sondern Ex-Kicker. Lothar Matthäus erklärt, die Hände in den Hosentaschen, wie stolz er darauf ist, dass seine Tochter Alisa den jungen Menschen dabei hilft, „an sich selbst zu glauben“.
Produzent Max Wiedemann kommt sich vor wie bei der Arbeit. „Das ist echt wie beim Dreh hier: Meistens stehen alle rum.“ Mit dem Unterschied, dass bei diesem Projekt keine Blockbuster, sondern Einminüter gedreht werden, bei denen nicht gesprochen werden darf. Dafür ist Matthäus natürlich mäßig geeignet. Er spricht so lange, bis die verschiedenfarbigen Mikrofone vor seiner schwarzen Lederjacke verschwinden. „Irgendwann werde ich wieder einen Trainerjob annehmen.“ Cut. „Die Münchner Vereine haben ja gerade alle einen Trainer.“ Cut. „Ich habe in einer Stunde schon wieder einen Termin mit meiner Frau, da ist also alles in Butter.“ Cut.
Könnte man Matthäus auch in einer stummen Minute porträtieren? „hm“, macht Preisträger Dustin. Klar, man braucht ja gar keinen Ton, er sagt eh immer das gleiche.
Philipp Crone, SZ., 16.April 2010
Film-Projekt der Nicolaidis Stiftung
Einen kleinen Film drehen, an der Seite von prominenten Regisseuren und Schauspielern – dieser Traum geht jetzt für 140 Waisenkinder (12 bis 18 Jahre) in Erfüllung.
Das Kurzfilm-Projekt der Münchner Nicolaidis Stiftung „Young- Creatives- Film“ 2010 feierte vergangenes Jahr schon einen Riesenerfolg: Insgesamt hatten 2009 rund 60 Voll- und Halbwaisen an dem bundesweiten Wettbewerb teilgenommen, der wieder unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Annette Schavan steht.
„In viertägigen Workshops erstellen die Jugendlichen eine eigenen einminütigen Kurzfilm, der von eine prominenten Fachjury prämiert wird“, erklärt Initiatorin und Stiftungsgründerin Martina Nicolaidis. Unterstützt wird das aktuelle Projekt wieder von Oscar-Produzent Max Wiedemann („Das Leben der Anderen“), Moderatorin Tina Kaiser sowie den Schauspielern John Friedmann, Timothy Peach und Max von Thun.
N. Gottlieb, Bild-Zeitung, 16.April 2010,


