Nachricht vom 06.04.09 
zurück zur Übersicht

Trauernden zurück ins Leben helfen

Von: WirtschaftsKurier-SPECIAL, 06.04.2009

Swiss Life unterstützt die Nicolaidis Stiftung bei Projekten für verwitwete Mütter und Väter und deren Kinder

Wenn junge Familien den Verlust eines Elternteils hinnehmen müssen, wird ihnen von einem Tag auf den anderen buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen. Wenn man dann auch noch das Gefühl hat, mit seinem Schmerz allein zu sein, fällt man schnell in ein tiefes Loch, aus dem man den Weg nicht mehr so schnell findet. Allein in Deutschland ereilt pro Jahr etwa 600000 Menschen unter 50 Jahren dieses Schicksal. Das bedeutet, dass nahezu 1 Mio. Kinder den Verlust eines Elternteils zu verarbeiten haben. Für Menschen, die so etwas erleben müssen, bietet die Nicolaidis Stiftung eine Anlaufstelle in dieser schweren Lebenssituation. Hier finden Mütter, Väter und auch Kinder und Jugendliche allen Alters Hilfe bei der Trauerbewältigung.

Trauernde werden nicht allein gelassen

Bei ihrer täglichen Arbeit begegnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Swiss Life Lebensversicherung immer wieder Menschen, die ihren Lebenspartner verloren haben. Zwar können sie durch finanzielle Absicherung den Verwitweten wenigstens eine Last von den Schultern nehmen, jedoch kann nur Kraft und Trost spenden, wer einen solchen Verlust selbst erlebt hat. So stellen die Mitarbeiter von Swiss Life gern den Kontakt zur Stiftung her. "Das wird von Betroffenen überaus dankbar angenommen. Oft fühlen sich Hinterbliebene durch den Verlust eines Angehörigen mit der Situation überfordert und hilflos. Es ist für unser Team ein gutes Gefühl, im Einzelfall mehr leisten zu können, indem wir Hilfe zur Selbsthilfe anbieten", so Fabian Stephan, Leiter des telefonischen Kundenservice bei Swiss Life. Deshalb fördert die Swiss Life nicht nur konkrete Projekte der Nicolaidis Stiftung, sondern unterstützt auch die gemeinnützige Arbeit. "Die Nicolaidis Stiftung rückt ein tabuisiertes sowie unterschätztes gesellschaftliches Problem in die Öffentlichkeit. Das couragierte Engagement, mit dem sich die Stiftung für die Belange verwitweter Mütter, Väter und deren Kinder einsetzt, berührt mich als Familienvater sehr", begründet Klaus G. Leyh, Chief Executive Officer der Swiss Life, das Engagement seines Unternehmens.

Martina Münch-Nicolaidis, die Stiftungsgründerin, erlebte selbst, was es bedeutet, seinen Partner zu verlieren. Knapp sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter verlor sie ihren Mann bei einem Autounfall, was sie vor elf Jahren zur Gründung der Stiftung veranlasste. Daher kann sie aus eigener Erfahrung sprechen: "Die meisten Trauernden werden allein gelassen. Sie sind auf Familie und Freunde angewiesen, die eine Krise solchen eistenziellen Ausmaßes jedoch nicht auffangen können, so sehr sie dies auch wollen und versuchen. Die Betroffenen brauchen vielfältige fachliche Hilfe und den Austausch mit anderen Betroffenen. Hier setzt die Nicolaidis Stiftung an." Trauernden bietet die Stiftung Unterstützung durch Selbsthilfegruppen sowie telefonische und persönliche Trauerbegleitung. Aber nicht nur emotional kann den Witwen und Witwern Unterstützung geboten werden, es werden auch juristische Fachkräfte, Steuer- und Schuldenberater vermittelt, die bei rechtlichen und finanziellen Fragen zur Seite stehen.

Internet ist ein wichtiger Kommunikationsweg

Ein guter Kommunikationsweg für die Stiftung ist das Internet. Online können viele Informationen abgerufen werden, die bei der Trauerbewältigung hilfreich sind. Auch kann so der Kontakt mit anderen Betroffenen leichter hergestellt werden und Jugendliche und Kinder können sich mit Gleichaltrigen in Foren und Chats austauschen. Zur Stiftung gehören vier Webseiten. Für Erwachsene werden auf einer Seite zahlreiche Links zum Thema sowie ein Veranstaltungskalender und vieles weitere Wissenswertes angeboten. Die anderen drei wenden sich eher an Kinder und Jugendliche, die einen Elternteil verloren haben.

So bietet "Start Smart" für Halb- und Vollwaisen eine Berufsberatung an. Jugendliche erfahren hier Hilfe bei der beruflichen Orientierung. Denn mit dem Tod eines Elternteils fehlt gerade in der Berufswahl eine wichtige Stütze, die die unsicheren Jugendlichen begleitet. Aber auch der Arbeitsmarkt soll für das Thema sensibilisiert werden, Kontakte zu Unternehmen können geknüpft werden. Ebenso soll mithilfe der Stiftung eine Berufsberatungsstelle für Halb- und Vollwaisen errichtet werden, wo erfahrene Coaches aus der Wirtschaft bei Berufs- und Schulentscheidungen helfen und Tipps zu Bewerbungsunterlagen und -gesprächen gegeben werden.

Im Web können sich Jugendliche auch über ein anderes Projekt der Stiftung informieren. Mit Unterstützung der Firma Apple und anderen Förderern hat die Nicolaidis Stiftung ein Projekt iniziiert, bei dem junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 18 Jahren unter professioneller Anleitung Kurzfilme unter dem Motto "Kurz - Kritisch - Komisch: Young Creatives... and action!" erstellen können. Das Vorhaben wird in Workshops in verschiedenen Städten realisiert und am 31. Oktober 2009 auf dem Kurzfilmfestival präsentiert.

Das bayerische Sozialministerium hat die Stiftung außerdem beauftragt, ein bayernweites Hilfsnetzwerk für traumatisierte Kinder zu errichten. Das Angebot soll sich zum einen an diejenigen Kinder richten, die von der Tsunami-Katastrophe betroffen sind, zum andern aber eine Anlaufstelle für künftige Großschadensfälle werden. Hierdurch wird die komplizierte Suche nach Hilfsangeboten erleichtert, die speziell auf betroffene Kinder und Jugendliche zugeschnitten sind.

Dass die beste Zukunftsvorsorge nichts hilft, wenn man sich nicht um die Kinder und Jugendlichen kümmert, haben die Experten von der Swiss Life erkannt. Mirko Wellner, Experte für Public Affairs bei Swiss Life, hierzu: "Wer sich dem Thema 'Zukunft' widmet, trägt auch eine klare Verantwortung für die jüngere Generation. Diese braucht gerade heutzutage Optimismus, Tatendrang und Mut zur Zukunft. Kreative Projekte bieten betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Sorgen, Hoffnungen und Wünschen Ausdruck zu verleihen - und natürlich eine Menge Spaß zu haben."

cm